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Voir les messages sans réponses | Voir les sujets actifs Nous sommes le 13 Déc 2019 4:07



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 [Ex] Reinhard "Stan" Libuda 
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Trésorier@Directoire
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Inscription: 8 Aoû 2002 10:53
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Allez hop, un petit sujet consacré à  ce joueur ... puisqu'il n'y en avait pas. Malgré son passage éclair au Racing, il restera à  jamais un des plus grands.
Il était arrivé de Schalke 04 en compagnie de son coéquipier Heinz Van Haaren suite à  une affaire de corruption ...
Il est décédé (ça je ne le savais pas :oops: ) en 96 des suites d'un cancer à  52 ans ...

Voici un site qui lui est consacré : http://www.stan-libuda.de

Image

Et une biographie :

Citation:
"I am the white ring"

Thilo Thielkes Biographie des tragischen FuàŸballhelden Reinhard "Stan" Libuda

Wenn ein eher mittelmà¤àŸiger Bundesligaspieler wie Mehmet Scholl nur deswegen vom FC Bayern Mà¼nchen verpflichtet wird, weil Tausende Mà¤dchen kreischen, sobald der Teenie-Star die Bà¼hne Olympiastadion betritt; wenn ein Ex-Versicherungskaufmann wie Franz Beckenbauer oder ein ehemaliger Raumausstatter wie Lothar Matthà¤us die Mà¶glichkeiten des sozialen Aufstiegs, die ihnen der Sport geboten hat, nutzen, um die à–ffentlichkeit beinahe an jedem Spieltag via TV-Kamera à¼ber neueste Banalità¤ten zu unterrichten; wenn ein "neuer Spielertyp" wie Thomas Helmer routiniert Pressekonferenzen abzuhalten vermag und als Berufswunsch nach seiner aktiven Laufbahn angibt, junge Spieler in Medien- und Kommunikationstechnik ausbilden zu wollen, dann vergiàŸt man leicht, daàŸ der FuàŸball auch eine andere Dimension hat: seine Prà¤gung durch Randfiguren. Der FuàŸball hat immer auch von den AuàŸenseiter gelebt, die zwar auf dem Spielfeld brillierten, aber abseits der Stadien scheiterten.

Da gab es den ersten "Neger" der Bundesliga, Erwin Kostedde, der nach seiner aktiven Zeit abrutschte und spà¤ter sogar mit einem Bankraub in Verbindung gebracht wurde. Vor allem aber war da einer der wahrscheinlich besten RechtsauàŸen aller Zeiten: Reinhard "Stan"

Libuda. Ein stiller und schamhafter Mensch, der seine Schà¼chternheit erst verlor, wenn er mit dem Ball vor den Fà¼àŸen die Linie entlanglief, um gà¶ttliche Flanken in den Strafraum zu heben, der auàŸerhalb des Stadions aber von einer existentiellen Krise in die andere stolperte und damit zum tragischsten Held wurde, den der deutsche FuàŸball jemals hervorgebracht hat.

Ein Jahr nach dem frà¼hen Tod Libudas am 25. August 1996 hat der Spiegel-Redakteur Thilo Thielke eine Biographie vorgelegt, die anekdotenreich ein Leben zwischen privater Zurà¼ckhaltung und à¶ffentlicher Zurschaustellung, mit allen Erfolgen und Katastrophen nachzeichnet und so zur Tragikkomà¶die des "Spielers von der traurigen Gestalt" wird.

Reinhard Libuda wurde am 10. Oktober 1943 geboren und wuchs als Sohn eines Bergmanns in einer Zechensiedlung im Gelsenkirchener Stadtteil Haverkamp auf. Schon frà¼hzeitig begeisterte der "Kà¶ttel", wie er in Gelsenkirchen wegen seiner schmà¤chtigen Statur genannt wurde, die Kiebize auf den Plà¤tzen der Jugendmannschaften. In der Schule fiel er weniger durch herausragende Leistungen auf als durch FuàŸballkenntnisse: "Ja, ja - unser Stan. Keine Leuchte, immer nur FuàŸball im Kopf", lachte sein Schuldirektor. Ein Lachen, das den schà¼chternen, nicht groàŸ geratenen Libuda sein Leben lang begleiten sollte, auch wenn er bald darauf in die Jugendmannschaft von Schalke 04 eintrat und sich - nach einem Intermezzo als Schlosser auf Gelsenkirchens grà¶àŸter Zeche Consolidation - ganz auf den FuàŸball konzentrierte. Denn auf dem Rasen konnte er an einem guten Tag alles vergessen, und dort war er jemand: Als "Garrincha vom Schalker Markt" feierte ihn die Westdeutsche Allgemeine Zeitung nach seinen ersten Auftritten 1963.

Ein Raunen ging durchs Publikum, wenn der sà¤belbeinige RechtsauàŸen loslegte - hier, an der Linie, hatte er seine Position gefunden, lauerte manchmal minutenlang darauf, daàŸ er angespielt wurde, stoppte dann den Ball, um zu laufen, einfach nur, um zu laufen. Tà¤nzelnd durch die Abwehrreihen - Reinhard Libuda verdiente sich den Namen "Stan", weil er den Matthews-Trick besser beherrschte als der Sir selbst: rechts antà¤uschen, à¼ber den Ball steigen und links am Verteidiger vorbei. "Ein grà¶àŸeres Talent hat Schalke nicht gesehen", meinte sein erster Trainer Fritz Thelen.

Doch leider gab es da die andere Seite: das wirkliche Leben, das Libuda immer schwer zu schaffen machte. Verheiratet mit seiner Jugendliebe Gisela, plagte Libuda die Eifersucht, da das "schà¶nste Mà¤dchen von Gelsenkirchen" gern unterwegs war. Und wenn es "zuhause" nicht stimmte, dann spielte Stan gar nicht gut, verfummelte sich, blieb in der Abwehr hà¤ngen und gab schnell auf, sobald der erste Pfiff von der Tribà¼ne kam. Bei Auswà¤rtsspielen hatte er nur Gisela und ihre Affà¤ren im Kopf, was seine Mitspieler bald nicht mehr nur still belà¤chelten. Rudi Gutendorf, der zu Glanzzeiten der Schalker, Anfang der siebziger Jahre, Trainer in Gelsenkirchen war, erzà¤hlt, wie entsetzt er war à¼ber den Umgang der Spieler mit Libuda, die sich sich stà¤ndig à¼ber ihn lustig machten. Auch die Gegenspieler Libudas praktizierten, was man heute im Sport "dirty talking" nennt: Verteidiger Otto Rehhagel wuàŸte, wenn es gegen Schalke und Libuda ging, muàŸte er nur zu Spielbeginn à¼ber dessen Frau reden - und das Spiel war gelaufen.

Gutendorf versuchte, Libuda in langen Gesprà¤chen Sicherheit zu geben, was dem damals vielleicht besten deutschen Trainer zumindest zeitweise gelang - bis die nà¤chste Katastrophe eintrat. Und Libuda zog das Unheil an: sei's ein dummer Autounfall; sei's eine Anzeige wegen Notzucht, die eine Nacht im Gefà¤ngnis zur Folge hatte, bevor ihm jemand helfen konnte; sei's das "unerlaubte Entfernen von der Truppe" wà¤hrend seiner Zeit bei einer Bundeswehrsportkompanie, wo er auch Erwin Kostedde kennenlernte, mit dem er sich sehr gut verstand.

Diese Verstrickung privaten Unglà¼cks und sportlicher Unbestà¤ndigkeit schildert Thielke bravourà¶s. Nebenbei entsteht eine kleine Kulturgeschichte des Ruhrgebiet-FuàŸballs in den sechziger Jahren. Wunderbar dargestellt werden die Vereine Schalke 04 und Borussia Dortmund - wohin Libuda kurzzeitig wechselte, um mit seinem legendà¤ren Tor zum 2:1 gegen den FC Liverpool im Glasgower Hamden Park der Borussia als erster deutscher Mannschaft den Europapokal der Pokalsieger zu sichern. Kleinintrigen, Eifersà¼chteleien, Kompetenzgerangel, Schmierentheater, Là¼gen und ein unglaublich begeisterungsfà¤higes Publikum, das einen sich verà¤ndernden, weil professioneller werdenden Sport erlebt.

Thielke schildert darà¼ber hinaus Libudas Erfolge in der Nationalmannschaft und mit seinem Auftitt bei der Weltmeisterschaft in Mexiko 1970 den Hà¶hepunkt der Karriere. Plà¶tzlich ist der Junge aus Haverkamp weltbekannt und gilt neben dem Brasilianer Jairzinho als bester RechtsauàŸen der Welt: "Diesen Mann kann man nur mit einer Flinte erlegen", meinte der bulgarischen Trainer nach der Niederlage seiner Mannschaft. Doch mit dem Erfolg in Mexiko kehrte auch die groàŸe Schà¼chternheit zurà¼ck, die an die Schamhaftigkeit

Kafkascher Romanhelden erinnert. Er schleicht durchs deutsche Trainingslager und weicht den Journalisten aus, um bloàŸ keine Interviews zu geben: "Bei der Nationalmannschaft kann ich doch nicht 'wat' und 'dat' sagen." Er kann sich noch immer nicht artikulieren, auch wenn sein Trainer Gutendorf rà¼hrende Versuche unternimmt, ihn à¶ffentlichkeitstauglich zu machen. Vor einem Europapokalspiel gegen die Shamrock Rovers là¤àŸt Gutendorf jeden Spieler wenigstens einen Satz lernen, damit dieser auf die abgesprochenen Fragen des irischen Reporters antworten kann. Libuda muàŸ den Satz aufsagen: "I am the right wing" (Ich bin auf dem rechten Flà¼gel), verhaspelt sich aber im Interview und antwortet: "I am the white ring" (Ich bin der weiàŸe Ring).

Der Abstieg begann mit dem Bundesligaskandal 1971. Auch Libuda wird durch - gelinde gesagt - eigene Dummheit in Schiebereien verwickelt. Er nimmt Geld, schwà¶rt einen Meineid und spielt nur noch schlecht. Jetzt rufen die Zuschauer in der Glà¼ckauf-Kampfbahn nicht mehr "LI-BU-DA", sondern pfeifen ihn aus. Er wird an Racing StraàŸburg verkauft, wo die Sperre durch den DFB sein Karrierende einlà¤utet.

Libuda war schlecht vorbereitet auf die Zeit nach dem FuàŸball, er konnte einfach nichts anderes als spielen. So muàŸte er denn auch groàŸe finanzielle Verluste hinnehmen und stand bald vor dem Ruin, als ihm der Tabakladen am Schalker Markt angeboten wurde, den er vom Schalker "Denkmal" Ernst Kuzorra pachtete. Ausgestellt auf 16 Quadratmetern, verkaufte er Zigaretten und Eintrittskarten fà¼r die Bundesligaspiele. Erst kamen sie alle, um den groàŸen Stan zu sehen, aber bald blieben auch die Fans aus. Libuda flà¼chtete in seine Haverkamper Stammkneipe, bis auch der Kiosk weiterverpachtet werden muàŸte. Gisela, die sich ein anderes Leben vorgestellt hatte, trug bei einer Auseinandersetzung mit ihm einen Nasenbeinbruch davon und lieàŸ sich scheiden. Eine Zeitlang lebte Libuda bei seiner Mutter, die ihre Rente von 1 300 Mark mit dem Sohn teilte. Er ging kaum noch ins Stadion und wehrte verschà¤mt alle Hilfsangebote ab. Der heutige Manager von Mà¶chengladbach, Rolf Rà¼ssmann, der am là¤ngsten Kontakt mit Libuda hatte, schlug ihm vor, ein Benefizspiel fà¼r ihn zu organisieren, doch Libuda lehnte ab. Ihm war es ein Greuel, sich als gealterter und kranker Star vorfà¼hren zu lassen. Noch einmal fand er Arbeit in der Papierveredlungsfabrik eines Schalke-Fans, à¼ber die seine Mutter berichtet: "Als er in der Druckerei vor einer Besuchergruppe auf den Knien einen à–lfleck wegwischen muàŸte, da sagte er zu mir: 'Ach Mama, damals, als ich die vielen Tore geschossen habe, wer hà¤tte da ahnen kà¶nnen, daàŸ ich einmal so da knien mà¼àŸte ...'".

Gerade von einem Krebsleiden halbwegs erholt, starb Reinhard "Stan" Libuda im Alter von 52 Jahren an Herzversagen: "Er trug Turnschuhe, als er starb."

Michael Ringel
Thilo Thielke: "An Gott kommt keiner vorbeià–" Das Leben des Reinhard "Stan" Libuda. Verlag Die Werkstatt, Gà¶ttingen 1997, 240 S., DM 34


24 Juin 2005 18:48
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Inscription: 16 Mai 2003 22:27
Messages: 37513
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Wiki a écrit:
Reinnhard Libuda gained his nickname "Stan" after the English player Stanley Matthews who played in the same position and who was widely praised for his dribbling skills.

_________________
L'histoire est en marche ...


13 Jan 2009 21:03
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